In der heutigen Zeit werden Rekonstruktionen immer häufiger maschinell angefertigt. Die CAD/CAMTechnologie hat sich in der Zahnheilkunde, vor allem für die Verarbeitung von Zirkoniumdioxid etabliert. Mittlerweile werden industriell polymerisierte „Hochleistungskunststoffe“ als CAD/CAM-Rohlinge angeboten. Daher können Provisorien nicht mehr länger nur nach den konventionellen Techniken, sondern auch maschinell hergestellt werden. Durch die industrielle Polymerisation unter hohem Druck, können die mechanischen Eigenschaften der Kunststoffe verbessert und optimiert werden. Auch die Ästhetik der CAD/CAM-gefertigten Provisorien ist mit der der manuell hergestellten Kunststoffprovisorien vergleichbar.
3. Jahrgang 1/10 – Swiss Dental Community 69 INTERDISZIPLINÄR und verglichen [11, 16, 17]. Zusätzlich wurde der Einfluss der Alterung im künstlichen Speichel bis zu 6 Monate bei 37 °C auf die Bruchlast dieser Brücken geprüft. Die verwendeten Kunststoffe für die CAD/CAM-Bearbeitung waren artBloc Temp, auf PMMA-Basis und CAD-Temp, ein mikrogefülltes Komposit (Abb. 58). Für die Eierschalenprovisorien wurde ein kaltpolymerisierender PMMA-Kunststoff (integral esthetic press) verwendet. Die Unterfütterung erfolgte mit einem PMMA-Kaltpolymerisat (Temp2000, Kerr). Die Direktproviso- rien wurden aus Autopolymerisaten auf Basis von UDMA (CronMix K, Merz Dental) und auf Basis von PMMA herge- stellt (Unifast III, GC Europe). Aus jedem Kunststoff wurden 90 formkongruente Brücken (Abb. 59) hergestellt und in 6 Gruppen á 15 Prüfkörper ein- geteilt. Die Bruchlasten der ersten Gruppe aller Kunststoffe wurden sofort nach der Herstellung gemessen. Die fünf übri- gen Serien wurden vor der Messung einer künstlichen Alte- rung unterzogen. Der Prüfkörper entsprach einer dreigliedrigen Brücke vom zweiten Prämolaren auf den zweiten Molaren (Abb. 61). Die Wandstärke der Kronen betrug 0,9 mm. Der Querschnitt der Verbinder war rechteckig mit gerundeten Kanten und hatte eine Querschnittsfläche von zirka 7,4 mm2. Die Brücken wurden auf einem Stahlmodell mit rotations- symmetrisch präparierten Stümpfen eines 5ers und eines 7ers geprüft (Abb. 60). Die Stümpfe wiesen auf Höhe der Schulter einen Durchmesser von 7 mm (5er) beziehungswei- se 8 mm (7er) auf und waren als Stahlzylinder mit kugelför- migen Aufstell-Enden konzipiert. Zudem waren die Stümpfe mit einer 1 mm breiten zirkulären Schulter und einer 6° koni- schen Präparation versehen. Die Höhe der Stümpfe betrug 5 mm. Die Stümpfe waren mit ihren Wurzeln in einem Alumi- niumblock gelagert, sodass die Rotationsachsen der beiden Stümpfe einen Abstand von 16,5 mm aufwiesen. Die Lage- rung im Block erfolgte mit einer 0,75 mm dicken Gummi- manschette, um die Eigenbeweglichkeit natürlicher Zähne im Parodont zu simulieren [3]. Abb. 58 CAD/CAM-Rohlinge für die Cerec-Maschine: hin- ten Vita CAD-Temp; vorne artBloc Temp Abb. 59 CAD/CAM-gefräste Brücken zur Prüfung der Bruchlast Mittelwerte der Abrasionsbeständigkeit von provisorischen Kunststoffen Kunststoff Kauzyklen in der Kaumaschine 0 120 000 240 000 640 000 1 200 000 Direkt- provisorien Unifast III 0 µm 50 µm 90 µm 115 µm 139 µm CronMix K 0 µm 68 µm 77 µm 101 µm 112 µm Eierschalen- provisorien Integral esthetic press 0 µm 107 µm 130 µm 162 µm 197 µm Unifast III 0 µm 50 µm 90 µm 115 µm 139 µm CAD/CAM Provisorien ZENO PMMA 0 µm 64 µm 74 µm 84 µm 97 µm Nano Composite CFI 18 mm 0 µm 41 µm 48 m 70 µm 78 µm CAD-Temp 0 µm 38 µm 63 µm 89 µm 108 µm artBloc Temp 0 µm 51 µm 99 µm 125 µm 143 µm Tabelle 1
